Eiche, weiß, amerikanische
Die amerikanische Weißeiche stammt aus Nordamerika und ist dort vor allem in den östlichen und mittelwestlichen Bundesstaaten verbreitet. Besonders Indiana, Ohio, Kentucky und Virginia sind für die Gewinnung hochwertiger Furnierhölzer bekannt. Aufgrund der großen Zahl verschiedener Eichenarten in Nordamerika kommen natürliche Vermischungen, Kreuzungen und Bastarde häufig vor.
Das Kernholz der amerikanischen Weißeiche reicht farblich von hellgelb über verschiedene Braun- und Rosatöne bis hin zu dunkelbraun. Die starke natürliche Farbvariation kann zu einem lebhaften Erscheinungsbild führen. Häufig finden sich sogenannte „Minerals“, also dunkle, klar abgegrenzte Einfärbungen im Holz, die insbesondere im Furnier deutlich sichtbar sein können. In ihrer Struktur und Farbwirkung ist die amerikanische Weißeiche der europäischen Eiche und teilweise auch der Kastanie ähnlich.
Aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen wird die amerikanische Weißeiche vielseitig eingesetzt. Sie findet Verwendung im Möbel-, Türen- und Innenausbau, bei Paneelen, Parkett und Treppen sowie als Furnier- und Schnittholz. In Nordamerika besitzt sie zudem eine lange Tradition als Fassholz, unter anderem für die Herstellung von Whiskyfässern.
Trotz ihrer Härte lässt sich das Holz gut mechanisch bearbeiten. Schrauben halten gut, beim Nageln empfiehlt sich jedoch ein Vorbohren. Die Oberflächenbehandlung ist problemlos möglich. Bei Kontakt von feuchtem Holz mit Metall kann es zu bläulichen Verfärbungen kommen.
Bei der Trocknung ist besondere Vorsicht erforderlich. Das Holz trocknet langsam und neigt zu Rissbildung, weshalb eine technische Trocknung besonders schonend und langsam durchgeführt werden sollte.
Bilder: "Templin Furnier e.K."
Fritz Kohl, 2012, „Furniere“, Seite 97